Erfolgreichster Torschütze des Turniers war Kölledas Jan Rabanus (l.) vom FSV 06 Kölleda, der fünfmal traf. Hier wird er aber von den Straußfurtern Kevin Knaak und Ralf Werner mit vereinten Kräften am Abschluss gehindert. Foto: Uwe Gericke
Nach drei Vizemeistertiteln ist FSV Sömmerda II nun Kreismeister
Hallenfussball: FSV Sömmerda II ist nach einem 2:1 im Finale gegen den FC 1921 Gebesee II der letzte offizielle Kreismeister. Mitfavorit FSV 06 Kölleda (3.) scheitert im Halbfinale. Die Endrunde zog diskussionswürdige Begleiterscheinungen nach sich.
Sömmerda. Der Jubel in den Reihen des FSV Sömmerda II nach dem Abpfiff des Finales war verständlicherweise groß: Nach drei Vizemeistertiteln setzte sich die junge Landesklasen-Reserve bei der vierten Endrundenteilnahme nach einem 2:1-Sieg gegen die des FC 1921 Gebesee erstmals die Hallenkrone auf. "Wir haben uns nach schwachem Start von Spiel zu Spiel gesteigert und hatten diesmal auch das notwendige Glück auf unserer Seite", so Matthias Müller, der für den verletzten Jens Paternoga die Kapitänsbinde trug. "Und Glück muss man sich bekanntlich erarbeiten." Damit bezog er sich auf den Treffer von Hartwig Weidich im letzten Vorrundenspiel gegen den späteren Endspielgegner, der den Sömmerdaern erst 30 Sekunden vor dem Abpfiff den Einzug in das Halbfinale ermöglichte.
Insgesamt war das sportliche Niveau der 17. und letzten offizielle Endrunde unter Federführung des offiziell aufgelösten Kreisfußballausschusses Sömmerda (KFAS) im Vergleich zu den letzten Auflagen eher ein schwaches. Mal abgesehen vom Fehlstart des neuen Meisters gehörte er ebenso wie der FSV 06 Kölleda (3.) und den Gebeseern zu den Ausnahmen. Für Aufregung und eine gehörige Menge Verstimmung sorgten andere Vorkommnisse. So begann das Turnier eine Viertelstunde später, da spruchreif wurde, dass Gebesee einen Stammspieler auf dem Formular stehen hatte. Laut Ausschreibung darf aber entgegen den Regularien auf Landesebene, wo zwei erlaubt sind, nicht ein einziger Stammspieler (der in mehr als 50 Prozent der Punktspiele der 1. Mannschaft eingesetzt wurde) mitwirken. "Wir sind aus Unkenntnis der Ausschreibung davon ausgegangen, dass wir wie auf dem Großfeld zwei Stammspieler einsetzen dürfen", entschuldigte sich Gebesees Trainer Norbert Koch und strich Röse vom Formular.
Florian Reiche hatte im Halbfinale gegen Gebesee II den möglichen Siegtreffer für den SV Blau-Schwarz Sömmerda auf dem Fuß. Den erzielten aber die Mannen um Felix Schieke, der dem Sömmerdaer hier in die Parade fährt, praktisch im Gegenzug. Foto: Uwe Gericke
Damit aber nicht genug. Da der auf die Tribüne verbannte Röse auch schon in der Zwischenrunde zum Einsatz gekommen war, wurden Forderungen laut, die Gebeseer nachträglich zu disqualifizieren. Mit der Begründung "Wo es keinen Kläger gibt, gibt es auch keinen Angeklagten" entschied sich der KFAS-Spielausschuss aber gegen eine Disqualifikation. "Wir haben alle zweiten Mannschaften befragt, ob sie Stammspieler nominiert haben. Das wurde verneint", blickte Spielleiter Roland Neumann auf die Vorrundenturniere zurück. "Dem mussten wir Glauben schenken." Leidtragender dieser Situation ist letztendlich der Olberslebener SV. Der Erstkreisklässler hatte hinter Gebesee II den 2. Platz in der Zwischenrunde belegt und hätte bei entsprechendem Protest die Startberechtigung für die Endrunde erhalten.
Nachdem die Wogen einigermaßen geglättet waren, ging es vor einer im Vergleich zum Vorjahr kleineren Zuschauerkulisse aber los, wenn auch schleppend. Gelungene Spielzüge waren nur selten zu sehen, was sich auch in der Torausbeute niederschlug. Insgesamt durften nur 49 Treffer bejubelt werden. Zum Vergleich: 2011 ertönte 62 Mal der Torschrei. Einzig positiver Aspekt der Trefferflaute - es blieb bis zum Schluss spannend.
So auch in der Gruppe "Autohaus Körper", in der sich der FSV 06 Kölleda nach einem überzeugenden Auftritt gegen Ollendorf und einem Hänger gegen Blau-Schwarz Sömmerda mit einer wieder stärkeren Leistung gegen Straußfurt den Halbfinaleinzug verdiente. Als Zweiter zog Blau-Schwarzen in die Runde der letzten Vier ein, profitierte dabei aber von einem Regelverstoß des Schiedsrichters im Spiel gegen Ollendorf. Der hatte beim Stand von 1:0 einen fünften Ollendorfer auf dem Feld mit einer 2-Minutenstrafe belegt, obwohl das Regelwerk nur Gelb vorsieht. Die daraus entstandene Unterzahl der Ollendorfer nutzten die Sömmerdaer zum alles entscheidenden zweiten Tor. Nach dem Ollendorfer Protest - es hätte ein Wiederholungsspiel geben müssen - war wieder der Spielausschuss gefragt. Mit dem Ergebnis, dass sich die Turnierleitung ebenso wie der Schiri für das Fehlverhalten entschuldigte und der KFAS-Vorstand die Ollendorfer mit 20 Mann zum Krombacher Abend einlud. Daraufhin zogen die Ollendorfer ihren Protest zurück. Ein Verhalten, welches im Nachhinein einen Fair-Play-Preis verdient hätte.
In der Gruppe "Sparkasse Mittelthüringen" ging es noch dramatischer zu. Nach dem 7:0 von Riethnordhausen gegen Elxleben hofften die Concorden auf den Halbfinaleinzug, der im Falle eines Gebeseer Sieges gegen den FSV Sömmerda II perfekt gewesen wäre. Bis 30 Sekunden vor Schluss konnten Arne Zimmer und seine Mitstreiter hoffen, ehe der oben schon genannte Hartwig Weidich deren Träume zerplatzen ließ.
Riethnordhausens Arne Zimmer (r.) traf beim 7:0 seiner Concorden gegen den TV Elxleben viermal, konnte dann aber ob des Ausscheidens bei der Vergabe der Torjägerkanone nicht mehr mitmischen. In dieser Szene kommt Elxlebens Florian Rohmann zu spät. Foto: Uwe Gericke
Vom Finale träumen durften auch die Fans der Sömmerdaer Blau-Schwarzen, hatte doch Thomas Hinkfuß seine Farben in Führung geschossen. Nach dem Ausgleich durch Matthais Nützler avancierte dann Florian Reiche 60 Sekunden vor Schluss zum tragischen Helden. Er vergab eine so genannte 100-prozentige Chance. Die Strafe folgte auf dem Fuß in Form des Siegtreffers von Felix Gresser.
Im anderen Duell standen sich Kölleda und der FSV Sömmerda II gegenüber. "Das war gemessen am Leistungsvermögen beider Mannschaften nicht nur für mich das avisierte Endspiel", sprach Roland Neumann vielen Fachkundigen aus dem Herzen. Die Herzen ihres Anhangs höher schlagen ließen dabei aber nur die Sömmerdaer, die dem Kreisligakonkurrenten klar mit 3:0 bezwangen. Nachdem sich die Kölledaer ihrem Herzschmerz mit einem deutlichen 5:0 gegen Blau-Schwarz zumindest etwas entledigt hatten, ließ die FSV-"Zweite" im erneuten Duell gegen die Gebeseer trotz erneut mangelnder Chancenverwertung nichts anbrennen und so auch die KFAS-Verantwortlichen durchatmen, wäre doch ein anderes Ergebnis ein fragwürdiges gewesen. Uwe Gericke / 01.02.12 / TA
KFA Erfurt-Sömmerda ist gut aufgestellt
In Alach, unmittelbar vor den Toren der Landeshauptstadt, wurde am 20. Januar der Kreis-Fußballausschuss (KFA) Erfurt-Sömmerda gegründet. Er wird von Jens Schenk geführt. Wir sprachen mit ihm unmittelbar nach seiner Wahl.
Stellen Sie sich bitte kurz vor
„Ich bin 49 Jahre und arbeite als selbständiger Bestatter. Seit zwölf Jahren bin ich im Fußball aktiv und ich gehöre dem ESV Lok Erfurt an. Seit eineinhalb Jahren arbeite ich als stellvertretender Vorsitzender im Spielausschuss. Zuvor war mein Wirkungsfeld das Sportgericht."
Wie verlief die Gründungsversammlung?
„Ich bin sehr zufrieden. Besonders auch darüber, dass die Kandidaten, die sich zur Wahl gestellt haben, auch etwas bewegen wollen. Ich brauche in meinem Gremium Leute, die ihre Aufgaben einhundertprozentig erfüllen."
Sind der neue KFA und die Ausschüsse gut aufgestellt?
„Meine Überzeugung ist, dass wir auf allen Positionen sehr gut aufgestellt sind. Alle sind sehr motiviert. Wir werden noch einmal versuchen, die Probleme oder Vereine aufzunehmen und sie umsetzen."
Welche Schwerpunkte setzt der KFA-Vorsitzende für die nächsten Monate?
„Eine der wichtigsten Aufgaben wird darin bestehen, die Ausschüsse und Kommissionen sehr gut und ausreichend zu besetzen. Dabei gilt das Augenmerk der Besetzung der Spielleiter und der Umsetzung der Richtlinien für die neue Saison. Ein Schwerpunkt wird im Spielbetrieb sein, die Auf – und Abstiegsregelung für die neue Kreisoberliga zu beraten. Es warten also viele Aufgaben auf uns und ich denke, wir sind dafür gewappnet." Hartmut Gerlach
Großes Vertrauensvotum für Jens Schenk am Freitag
(Hinten von links); Johannes Langhammer, Jürgen List (stellvertretender Vorsitzender), Roland Koch (stellvertretender Vorsitzender), Bernd Ortlepp (Vors. des Sportgerichts), Tobias Schmidt (Schatzmeister), Uwe Backhaus (Vors. des Qualifizierungsausschusses), Lutz Nimptsch (Vors. des. Schiedsrichterausschusses), Bernd Donath (Vors. des Spielausschusses), Carsten Helzig (Vors. des Jugendausschusses), Uwe Becker (Vors. des Breitensportausschusses); (vorn von links): Eileen Weidenweber (Vors. des Ausschusses für Frauen – und Mädchenfußball), Jens Schenk (KFA-Vorsitzender), Gudrun List (Ehrenamtsbeauftragte).
KFA Erfurt und Sömmerda fusionierten/Deutliche Mehrheiten für KFA-Vorstand
Knapp zwei Stunden dauerte am Freitagabend (20.01.) die Gründung des Kreis-Fußballausschusses (KFA) Erfurt-Sömmerda in Alach. Dazu waren 197 Delegierte erschienen. Die erlebten eine Veranstaltung ohne Misstöne, an der auch das Mitglied des Landtages Birgit Pelke (SPD), die gleichzeitig an der Spitze des Stadtsportbundes (SSB) Erfurt steht, teilnahm.
Deutlich fielen in den einzelnen Wahlgängen die Mehrheiten aus. Jens Schenk, der neue Vorsitzende des Fußballkreises, durfte sich über ein Ergebnis freuen, bei dem es gerade einmal eine Gegenstimme und neun Enthaltungen fiel.
Gerald Rössel, Mitglied des Vorstandes des Thüringer Fußball-Verbandes (TFV) und Vorsitzender des Spielausschusses, war der erste Gratulant. Er hatte zuvor die Grüße der TFV-Spitze überbracht und sich dabei vor allem bei den Ehrenamtlichen in den Vereinen und den KFA bedankt.
Auch die Mitstreiter von Schenk im KFA erhielten von den Anwesenden einen klaren Vertrauensbeweis. Für die Mehrzahl der Ämter im Kreisvorstand gab es einen Kandidaten. Nur für die Aufgaben des Schatzmeisters und des Ehrenamtsbeauftragten stellten sich zwei Kandidaten der geheimen Wahl.
Einstimmig wurde Johannes Langhammer, der den Stadt-Fußballausschusses (SFA) Erfurt viele Jahre führte und sich aus Altersgründen nicht mehr für eine Aufgabe im neuen KFA bewarb, zum Ehrenvorsitzenden gewählt.
Jens Schenk bedanke sich in seinen Schlussbemerkungen für das Vertrauen und sicherte zu, dass der KFA zum Wohl aller Vereine tätig sein wird. Ein Interview mit dem Chef des KFA Erfurt-Sömmerda folgt.
Fußballkreise Erfurt und Sömmerda zu Gast in Alach
Vereinsleben: Eine Übermacht an Erfurter Vereinsvertretern trägt zu Gleichgewicht im Vorstand des neuen Fußballkreises bei. Das Gros der Kandidaten bekommt ein mehrheitliches Vertrauen. Geheime Wahlen an Sömmerdaer Duo.
Alach. Die Bayern haben gewonnen: Zehn Minuten später begonnen, zehn Minuten eher abgeschlossen. Rechtzeitig vorm Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga war der historische Zusammenschluss der Fußballkreise Erfurt und Sömmerda im Alacher Gasthaus vollzogen. Wieviel Einigkeit in anderthalb Stunden erzielt worden ist, zeigen die nächsten vier Jahre.
"Ich möchte jeden aufrufen, daran mizuwirken", warb Jens Schenk um die Mitarbeit im am Freitag gegründeten Fußballkreis Erfurt-Sömmerda. Vieles hat der 49-jährige Erfurter dabei selbst in der Hand. Nachdem der langjährige Stadtfachverbandsvorsitzende Johannes Langhammer infolge gesundheitlicher Probleme seine Kandidatur wenige Wochen zuvor zurückgezogen hatte, bewarb sich Schenk für den Vorsitz und wurde als Kopf der gemeinsamen Kandidatenliste ebenso mit großer Mehrheit gewählt wie das Gros seiner Mitstreiter im neuen Vorstand. Dass er in seiner ersten Amtshandlung Langhammer nach 30 Jahren als SFV-Chef zum Ehrenvorsitzenden des Fußballkreises vorschlug, stieß auf ein ebenso großes Echo. "Ich denke, wir sind in allen Positionen gut aufgestellt", meinte Jens Schenk zum Abschluss vor dem fast bis auf den letzten Platz gefüllten Saal. In dem stellten die Erfurter Vereinsvertreter zwar die zahlenmäßige Übermacht der 197 Vereinsvertreter. Nicht zuletzt durch die beiden geheimen Wahlgänge, in denen zwei Sömmerdaer Kandidaten die Mehrheit der Stimmen erhielten, sorgten sie für ein Gleichgewicht auf der nun zwölfköpfigen Vorstandsebene.
6:5+1 so verteilten sich die Stellvertreter und Ausschussvorsitzenden auf die beiden Kreise. Sechs Vertreter aus dem Stadtfachverband Erfurt (SFV), fünf aus dem Kreisfachausschuss Sömmerda (KFAS). Und Uwe Backhaus als Vertreter aus beiden Kreisen. Als "gelebte Integration" bezeichnete sich der 45-Jährige, der sowohl zum FC 1921 Gebesee gehört als auch zur im SFV beheimateten TSG Stotternheim. Für den Gesamtkreis übernimmt er wie bisher in Erfurt die Übungsleiterausbildung. Eines der schwierigsten Gebiete beschreitet zweifellos Bernd Donath. "Ich traue es mir zu. Mit Ihrer Unterstützung ist es zu packen", sagte der 65-jährige Stotternheimer, der für den Spielausschuss verantwortlich zeichnet. Eine Mammutaufgabe für rund 120 Mannschaften, die in Erfurt und Sömmerda zurzeit auf Kreisebene in den Männer-, Frauen- und Seniorenklassen aktiv sind.
Bis Mai müsste ein Modell stehen, wie die Spielklassenstruktur insbesondere in den zurzeit sieben Männerklassen in der Saison 2013/14 aussehen kann. Und wie neben Hallen- und Pokalwettbewerben die Auf- und Abstiegsregelung gestaltet wird.
Dass Bernd Donath wie ein Teil der anderen Ausschussvorsitzenden seine Mannschaft (einige Spielleiter wollen im Zuge des Zusammenschlusses aufhören) bilden muss, erschwert den Einstieg ins komplizierte Metier.
Die Erfahrung eines Werner Heyer und Ulrich Liebermann hätten die ersten Schritte des in den Kinderschuhen steckenden Fußballkreises gewiss sicherer aussehen lassen. Aus Altersgründen, wie sie im Vorfeld sagten, kandidierten die Spielausschussfachleute der beiden Kreise nicht mehr für den neuen Vorstand.
Den Vorschlag des Gisperslebers Matthias Grinda, der Werner Heyer noch am Abend ins Gespräch brachte, schlug der Erfurter aus. "Das 51. Ansetzungsheft ist mein letztes", hatte er vor Wochen bereits seinen Rückzug angekündigt und lehnte eine Kandidatur in Alach ab.
Dieter Becker dagegen ist abgelehnt worden. In der schriftlichen Wahl gegen Gudrun List, Frau des bisherigen KFAS-Vorsitzenden Jürgen List, der neben Roland Koch einen der beiden Stellvertreterposten einnimmt, kam der für Alach pfeifende Schiedsrichter auf 75 der 188 gültigen Stimmen. Gudrun List vereinte 113 auf sich und führt nun den Bereich Ehrenamt.
Ebenfalls unterlegen war der Erfurter André Bergmann dem Sömmerdaer Finanzobmann Tobias Schmidt. Verantwortung übernehmen wollten beide. Mit 17 Stimmen mehr erhielt Schmidt knapp den Vorzug.
"Aber es geht hier nicht um Positionen", meinte Bergmann in seiner Ansprache. "Und es gibt hier auch keine Verlierer, nur Gewinner", fügte er an.
Die gab es, zwölf davon, die ohne Widerrede bestätigt wurden. Und die vor den Fernseher lockenden Bayern, auch wenn diese den Gladbachern die wertvollen Punkte überlassen mussten. Steffen Ess / 26.01.12 / TA
KFA Sömmerda ist in der Auflösung begriffen
Zum vorletzten Mal saßen Vertreter der Fußballabteilungen und -vereine des Kreisfußballausschusses Sömmerda in dieser Zusammensetzung beieinander. Nach der dabei beschlossenen Auflösung trifft man sich nun am 18. Februar zur allerletzten Halbserientagung. Fotos: Ina Renke
Der Kreisfußballausschuss Sömmerda ist seit dem 7. Januar diesen Jahres formell Geschichte. Nach dessen beschlossener Auflösung arbeiten die Gremien aber noch bis zum Ende der laufenden Saison.
Landkreis Sömmerda. Das was eigentlich schon seit der vorangegangenen Saison im Rahmen der Verbandsstrukturreform des Thüringer Fußball-Verbandes beschlossene Sache war, bekam nun formellen Charakter: Als eine der letzten des Freistaates wurde im Rahmen einer offiziellen Veranstaltung im Sportzentrum Sprötau der Kreisfußballausschuss Sömmerda (KFAS) aufgelöst. Die Abstimmung der anwesenden Vertreter der im KFAS vertretenen Fußballabteilungen und Vereine war letztlich nur noch eine Formsache.
Nächster Schritt ist die Gründungsversammlung des Kreisfußballausschusses Erfurt-Sömmerda, die am 20. Januar in Alach stattfinden wird. Dazu wurden die entsprechenden Wahlunterlagen übergeben. Der Zusammenschluss war ein Thema in den Ausführungen des KFAS-Präsidenten Jürgen List, der zuvor allen ein gesundes und erfolgreiches Jahr gewünscht hatte. "Es gibt zwar für die zu bildenden Kremien schon Bewerber, weitere Vorschläge können jedoch noch am 20. Januar eingebracht werden", so List. Er rief alle 44 Vereine und Abteilungen auf, die 100-prozentige Teilnahme an der Gründungsveranstaltung abzusichern. "Nur mit allen Stimmen aus unserer Region kann gewährleistet werden, dass der alte Fußballkreis im zu wählenden Vorstand des Großfußballkreises gut vertreten ist."
Abschließend bedankte sich List im Namen des KFAS-Vorstandes für die geleistete Arbeit der ungezählten Ehrenamtlichen und brachte der Hoffnung Ausdruck, dass sie bis zum letzten Tag ihrer Arbeit - bis zum 30. Juni als Ende der laufenden Pflichtspiel-Saison sind die Gremien des KFAS weiter aktiv - verantwortungsvoll ihren Aufgaben nachkommen.
In den weiteren Tagesordnungspunkten wurde weniger auf die Hinrunde zurückgeblickt - dies geschieht offiziell zur Halbserientgagung des KFAS am 18. Februar als unter dem Strich allerletzten Zusammenkunft des Verbandes -, sondern vielmehr auf das jahrzehntelange Wirken einiger seiner Vertreter. So blickte der scheidende Spielleiter Ulrich Liebermann auf seine 39-jährige Tätigkeit in dieser arbeitsintensiven Funktion zurück. Gar auf 50 Jahre Ehrenamt verweisen konnte Kreispokalspielleiter Horst Kunze. Beide kandidieren nicht mehr.
Ein Kandidat für den neuen Vorstand ist Schatzmeister Tobias Schmidt, dank dessen Wirken der KFAS-Vorstand durch Kassenprüfer Dierk Michel entlastet werden konnte. Uwe Gericke / 13.01.12 / TA
RK-Rückblick: Trio mit sehenswertem Ergebnis
David Menge vom SV 1916 Großrudestedt - hier beim 3:2-Siegtreffer per Elfmeter in Weißensee zu sehen - war mit 23 Treffern erfolgreichster Torschütze der sieben Regionalklasse-Mannschaften des Fußballkreises Sömmerda. Foto: Uwe Gericke
Weißensee, Großrudestedt und Witterda sind im oberen Drittel der Tabelle. Haßleben schafft den Klassenerhalt auf der Zielgeraden, Kannawurf nur mit Glück des Tüchtigen. Eckstedt und Kölleda sind abgestiegen.
Landkreis Sömmerda. Die Premieren-Saison dieser neuen Spielklasse ist Geschichte und schrieb ihre eigenen Geschichten. Für fünf der sieben Teams des Fußballkreises Sömmerda waren das mehr oder weniger gute.
Das Prädikat "Sehr gut" muss diesbezüglich einem Trio verliehen werden, verkauften sich doch der FC 03 Weißensee, der SV 1916 Großrudestedt und der SV Witterda mehr als ordentlich. Dass dabei die Weißenseer am Ende sogar die Möglichkeit hatten, nach sechsjähriger Drittklassigkeit wieder zweitklassig zu spielen, spricht für das Potenzial der Mannschaft, war aber nach der Hinrunde so noch nicht zu erwarten. Nach der Winterpause, in der Toni Haubner vom FC-Vorstand für Kai Krause auf die Trainerbank gesetzt wurde, starteten die Landgrafenstädter eine Serie von acht Siegen hintereinander, verschenkten dann aber die letztendlich entscheidenden Punkte vor allem zu Hause gegen Empor Erfurt (3:3) und Großrudestedt (2:3). Was möglich gewesen wäre, zeigte die FC-Elf dann aber ausgerechnet in den Spitzenspielen gegen am Ende vor ihr platzierte Teams. Da wurde der Vizemeister Walschleben auf dessen Platz überrannt (5:2) und Aufsteiger Eintracht Erfurt geschlagen nach Hause geschickt (3:1).
Die eigentliche Überraschung stellte jedoch das Abschneiden des SV 1916 Großrudestedt dar. Die junge Truppe war nach den Plätzen 14 (2006/07) und 12 (2009/10) im dritten Jahr auf dieser Ebene ausgezogen, erstmals einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen. Dass am Ende ein sensationeller vierter Rang heraussprang, hätten wohl selbst die kühnsten Optimisten nicht für möglich gehalten. Zu bestechen wusste dabei vor allem die Offensivabteilung, die mit 75 Treffern die stärkste des gesamten Feldes war. Nicht weniger als 54 davon erzielte das Trio Ronny Teuber (15), Nico Rödiger (16) und David Menge, der mit seinen 23 Treffern hinter Serkan Kolpar/Eintracht Erfurt (32) den 2. Platz in dieser Wertung belegte.
Mit der zweitbesten Rückrunde arbeiteten sich die Schützlinge des (Erfolgs-)Trainerduos Volker Röser/Bernd Schade von Rang acht noch fast bis auf das Podest vor. Dabei bestachen die vor allem konterstarken Großrudestedter vor allem auswärts (Nr. 1). Dass es letztlich nicht zu einer Medaille (oder vielleicht sogar noch mehr) reichte, lag an der (noch) fehlenden taktischen Reife, auf eigenem Platz das Spiel machen zu müssen und an vielen unnötigen Gegentoren. Beleg dafür: In dieser Kategorie nimmt Großrudestedt nur Rang elf ein.
Eben jene Defensive ist war die Basis der Erfolgsgeschichte des SV Witterda, dessen siebter Auftritt in der dritthöchsten Klasse Thüringens zum Rekordfestival geriet. So stellten die Mannen um ihren weiterhin Torschützenbesten Lars Blankenburg (22 Treffer/Platz 6 in der Staffel) in allen Kategorien neue Bestmarken auf. Nie wurden weniger Gegentreffer kassiert als 37 (bisherige Marke 41 in 2009/10), nie mehr Tore als 62 erzielt (58 in 2007/08) und mit 49 auch noch nie so viele Punkte geholt (42 in 2006/07). Klar, dass für die Männer um Trainerfuchs Peter Kramer - er steht dem SVW-Team nun schon seit 36 (!) vor - mit Rang fünf auch die bisher beste Platzierung gelang (8. in 2006/07).
Schon früh in der Saison sollte sich abzeichnen, dass die anderen vier Teams des Fußballkreises hart um die Klasse zu kämpfen haben. So etwas überraschend auch Kreismeister SV Olympia Haßleben, der in Spielgemeinschaft mit dem TSV Alperstedt erstmals Drittligaluft schnupperte. Nach dem souveränen Titelgewinn kam das Team des Trainerduos Frank Schröder/Herbert Kraft vor allem auf Grund von Verletzungsproblemen mehrerer Führungsspielern nur schwer in Tritt und verließ nach nur drei Remis erst am 10. Spieltag mit einem 3:1 gegen Kölleda die Abstiegsränge. Danach kehrte es aber trotz durchwachsenem Saisonverlauf auch nicht mehr dorthin zurück. Während der Aufsteiger in der Offensive zum Glück auf einen Marco Preller (22 Treffer/Platz 3 in der Staffel) bauen konnte, offenbarte er in der Defensive die größten Schwächen (80 Gegentore) und musste dazu auch zehn "Sperrtage" überbrücken, so dass erst auf der Zielgeraden der Klassenerhalt perfekt gemacht wurde.
Was dahinter folgte, waren mit dem TSV 1912 Kannawurf, der SG Eckstedt/Schloßvippach und dem FSV 06 Kölleda eigentlich drei Absteiger aus dem Fußballkreis. Vizekreismeister Kannawurf, zum vierten Mal drittklassig unterwegs, blieb der ob des Abstiegs von Buttstädt aus der Landesklasse eigentlich notwendige Gang zurück in die Kreisliga nur deshalb erspart, weil die Staffel für 2011/12 auf 16 Mannschaften aufgestockt wurde. Insgesamt blicken die Kannawurfer um Spielertrainer Lars Völlger auf eine schwere Saison zurück, in der es nach der Hinrunde recht trübe aussah. Vor allem dank der neun Tore des in der Winterpause verpflichteten Stürmers Roy Stapelfeld wurde der letztendlich rettende 13. Platz doch noch erklommen.
So "erwischte" es die Eckstedter, die nach drei Jahren wieder zurück in die Kreisliga müssen. Mit elf Punkten lag die Truppe von Trainer Björn Völler, der später von Gerhard Meitz unterstützt wurde, bei Halbzeit mit elf noch auf einem Nichtabstiegsplatz, zwölf in der Rückrunde sollten auch ob der drittschlechtesten Abwehr nicht zum Klassenerhalt reichen.
Ganze acht Zähler holten die Kölledaer, die sicher nicht böse gewesen wären, wenn sie nicht nachträglich als Aufsteiger benannt worden wären. Spielerisch stets gefällig, reichte das "Gesamtpaket" FSV 06 einfach nicht. Auch der Trainerwechsel - für Dieter Reichardt übernahm Co Ringo Wellnitz - sollte nicht fruchten. Was bleibt, ist ein sportlich fairer Abschied mit dem einzig einstelligen Ergebnis - Platz fünf im Fair-Play. Uwe Gericke / 06.08.11 / TA



